Kantorei

Kantorei – Hallo und eine Idee (20.3.20)

Hallo Kantorei,

ich weiß, dass es auch im „Normalbetrieb“ einige Chorsänger*innen gibt, die zuhause die Stücke üben. Darüber freue ich mich immer sehr, aber ich forciere das eigentlich nicht. Jetzt, wo wir keine Proben machen können, wird das Singen euch sicher fehlen. Und deswegen möchte ich hier mal Möglichkeiten aufzeigen, wie man z.B. unsere Dvorak-Messe zuhause lernen und üben kann. Das kann schön sein! Ihr kommt mehr zum Singen und wir machen – trotz der Probenabstinenz – etwas gemeinsam und können uns auch darüber austauschen.

Und diejenigen, die zufällig zusammen wohnen, können das auch zu zweit machen. Das macht bestimmt auch viel Spaß.

Zur Zeit ist ja noch nicht absehbar, wie lange das alles dauert. Falls viele von euch zuhause Dvorak lernen und singen, ist der Konzerttermin am 6.6. vielleicht haltbar, wenn wir ab dem 23.4. wieder normal proben können. Das müssen wir dann alles sehen.

Vorab noch zwei Formalien:

  1. Falls jemand auf dem Kantoreifoto auf der Startseite ist und wünscht, dass ich das nicht veröffentliche, meldet euch. Ich finde das Foto sehr schön, aber ihr habt das Recht am eigenen Bild.
  2. Die anderen Chöre kriegen natürlich auch was Nettes, der Posaunenchor hat schon, der Gospelchor fehlt noch. Aber ich schreibe denen erst, wenn ich auch Inhalte habe, sonst ist das ja doof. Also bitte nicht spoilern. Danke!

So, und jetzt zu den Möglichkeiten, ein Chorwerk zuhause zu erlernen. Ich sage nochmal dazu, das ist echt total freiwillig gemeint.

Youtube.com

Für diejenigen unter euch, die gute Blattsänger*innen sind, das Werk schon einmal gesungen haben oder sich schwerere Passagen mal eben am Klavier vorspielen können, reicht ja eine Aufnahme. Auch für euch Sopranistinnen ist das zu überlegen, weil ihr euch ja auch bei kompletten Aufnahmen eindeutig am besten hört. Es gibt eine CD der Messe in der Orgelfassung, die ich ganz schön finde im Carus-Verlag. Zu der CD kommt ihr hier. Oder ihr geht einfach auf Youtube und hört euch da eine schöne Aufnahme an. Ohne Anspruch darauf, dass es die Schönste ist, hier dazu ein Angebot.

Aufnahme der Dvorak-Messeauf Youtube mit Simon Preston.

Youtube bietet auch Lernmöglichkeiten für alle Stimmen. Dazu gibt man im Suchfenster von Youtube Dvorak Messe D-Dur Sopran (oder Alt, Tenor, Bass) ein. Dann gibt es Angebote, bei denen die Noten gleich mit angezeigt werden. Das kann man machen und ist sicher hilfreich. Was Schöneres kommt aber weiter unten.

Choralia.net

Unter choralia.net findet man eine sehr große Datenbank an Chorwerken, bei denen jede Stimme einzeln vorgespielt wird. Man kann auch das Tempo variieren, einstellen, ob die anderen Stimmen auch dabei sein sollen usw.

Choralia ist kostenlos, also schaut doch einfach mal direkt auf die für uns relevante Seite. Hier findet ihr erst alles für den Sopran, dann den Alt usw. Links seht ihr den Satz und rechts drei Optionen: Eure Stimme allein, eure Stimme mit den anderen Stimmen, aber eure Stimme hervorgehoben, dann alle Stimmen.

Wenn man eine dieser Varianten anklickt, öffnet sich ein neues Fenster und dort kann man einen Abschnitt auswählen, das Tempo verändern und die Lautstärkeverhältnisse für sich selbst einstellen.

Der große Nachteil ist, dass der Klang ein Midi-erzeugter Klang ist. Midiklänge sind eigentlich nichts Schlechtes, hier werden auch die Vokale nachgebildet. Allerdings kann man das hier auf die Dauer schon eher unangenehm finden.

Eine App dazu gibt es leider nicht, insofern bleibt der Zugang über die Internetseite.

Trotzdem ist das durchaus sehr nützliches Material.

Choraline.com

Choraline.com erwähne ich hier nur der Vollständigkeit halber. Es ist klanglich schöner als Choralia, aber auch mit Midiklängen. Außerdem ist es kostenpflichtig. Man kann sich ein kleines Demo für die Dvorak-Messe hier anhören.

Carus Music App (mein Favorit)

Der Carus-Verlag, von dem auch die neuen Chorauszüge sind, die einige von euch bestellt haben, konzentriert sich sehr auf die klassische Chormusik und macht da wirklich interessante Angebote (Notenausgaben in Großdruck, Bearbeitungen der Orchesterbesetzungen von Oratorien, so dass man weniger Instrumentalisten braucht etc.).

Von Carus gibt es auch Lernmaterial in der Carus Music App. Und das finde ich eindeutig am besten, weil es am schönsten klingt und es damit meiner Meinung nach am meisten Spaß macht.

Die Funktionsweise der Carus Music App wird hier sehr schön erklärt. Und auf Youtube gibt es natürlich auch etwas dazu:

Youtube Carus Music Tutorial

Die App selbst ist kostenfrei. Aber man muss dann das Material, z.B. Dvorak Messe D-Dur, Alt, für 12,99 Euro kaufen. Aber dafür bekommt man

  • eine schöne Aufnahme der Messe in der Orgelfassung (die wir ja auch aufführen werden)
  • die Ansicht auf die Noten, bei denen ein Cursor immer bei der Stelle mitläuft, bei der man gerade ist
  • die eigene Stimme zur Aufnahme dazu mit Klavier gespielt, so dass man sie gut hören kann
  • die Variationsmöglichkeit, es auch langsamer abzuspielen und so besser üben zu können.

Im Notenblatt der App klickt man einfach auf eine Stelle, dann fängt die Musik dort an zu spielen.

Wir haben, damit ich euch auch eine gute Empfehlung aussprechen kann, einen im Umfang begrenzten Feldversuch durchgeführt, der ergab, dass die intrinsische Motivation zum häuslichen Musizieren durch dieses Angebot am meisten stimuliert wurde.

Hä? Was? Okay, ich rückübersetze kurz in Normalsprache: Kirsten hat die App getestet und findet sie super!!!! Also wenn ihr ein Tablet oder Smartphone habt, den Dvorak gerne zuhause üben wollt und euch die 13 Euro nicht wehtun (man kann ja gerade eh kaum Geld ausgeben), dann macht es einfach. Es wird euch bestimmt Freude machen.

Soweit für heute. Bleibt gesund und fröhlich dabei. Viele Grüße,

Gudrun

P.S.: Bei Solaro gibt es gerade Lindtschokolade zum halben Preis – falls ihr noch kleine Aufmerksamkeiten braucht, um eure Nachbarn bei Laune zu halten 😉

P.P.S.: Mit diesen Infos kann man sich natürlich auch jedes andere Werk aneignen. Aber wer Bachs Weihnachtsoratorium schon kann, kann es ja auch einfach zur CD singen. Das macht auch Spaß.

P.P.P.S.: Wer noch keine Noten hat (Elke, Silvia), meldet euch, das lässt sich regeln.

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